Featured

Sachsen-Anhalts Integrationsbeauftragte fordert mehr Einsatz

today13. April 2026 7

Hintergrund
share close

Sachsen-Anhalts Integrationsbeauftragte fordert mehr Einsatz von kleinen Betrieben

Sachsen-Anhalts Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck (SPD) nimmt kleine und mittelgroße Unternehmen in die Pflicht. Zu wenige Betriebe würden das Potenzial ausländischer Arbeitskräfte nutzen – dabei fehle es überall an Personal.

Viele Handwerksbetriebe setzen lieber auf Schrumpfkurs

„Wir stoßen da noch an Grenzen“, sagte die Staatssekretärin der Mitteldeutschen Zeitung in der Montagsausgabe. Zwar würden vor allem große Unternehmen ausländische Arbeitnehmer integrieren und dies auch fortsetzen wollen. Deren Zahl sei aber noch zu gering. Möbbeck kritisierte, dass viele kleine Handwerksbetriebe es gar nicht erst versuchten. Sie stellten sich lieber auf einen Schrumpfprozess ein, statt das vorhandene Potenzial zu nutzen.

Die Staatssekretärin hat dabei den angespannten Arbeitsmarkt im Blick. Zahlreiche Unternehmen in Sachsen-Anhalt suchen händeringend Arbeitskräfte. Teilweise gebe es in Betrieben die Sorge, dass die eigene Belegschaft die Beschäftigung von Migranten nicht mittrage, so Möbbeck. Studien gäben jedoch Entwarnung: Persönliche Kontakte mit Migranten würden meist als positiv wahrgenommen.

Handwerkskammer verweist auf sprachliche Hürden

Halles Handwerkskammer-Präsident Thomas Keindorf sieht die Lage differenzierter. Auf MZ-Anfrage betonte er, dass die Praxis oft komplizierter sei als die politische Forderung. Größere Betriebe hätten eher die Möglichkeit, jemanden abzustellen, der die Integration aktiv begleite. Für kleinere Unternehmen sei das kaum leistbar. Zudem sei die Beherrschung der deutschen Sprache in vielen Bereichen eine Grundvoraussetzung – ob in der Berufsschule, beim Arbeitsschutz oder im Kundenkontakt.

Geschrieben von: Enrico Sempert

Rate it

Beitrags-Kommentare (0)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet